Abmahnung vom Arbeitgeber erhalten – so reagieren Sie richtig
Eine Abmahnung ist die Vorstufe zur verhaltensbedingten Kündigung. Wer sie erhält, sollte ruhig bleiben, den Inhalt prüfen und überlegt reagieren.
Stand: 06.10.2026 · Angaben ohne Gewähr
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Was ist eine Abmahnung?
Mit einer Abmahnung rügt der Arbeitgeber ein bestimmtes Fehlverhalten und warnt, dass bei Wiederholung das Arbeitsverhältnis gefährdet ist. Sie soll drei Dinge enthalten: die konkrete Beschreibung des Fehlverhaltens, die Aufforderung, es künftig zu unterlassen, und den Hinweis auf arbeitsrechtliche Folgen. Vage Vorwürfe („schlechtes Verhalten“) reichen nicht.
Prüfen, bevor Sie reagieren
- Stimmen Datum, Ort und Sachverhalt?
- Ist die Abmahnung verhältnismäßig? Bei Bagatellen kann sie unwirksam sein.
- Wurde ein Vorwurf bereits früher ausgesprochen oder geduldet?
- Lassen Sie sich nicht zu übereilten Unterschriften drängen: Die Unterschrift bestätigt meist nur den Empfang, nicht die Richtigkeit.
Gegendarstellung und Personalakte
Sie dürfen eine Gegendarstellung verfassen und verlangen, dass sie zur Personalakte genommen wird (§ 83 Abs. 2 BetrVG; nach der Rechtsprechung besteht ein solcher Anspruch grundsätzlich auch in Betrieben ohne Betriebsrat). Bleiben Sie sachlich, nennen Sie Fakten, Zeugen und Belege.
Klage auf Entfernung?
Eine ungerechtfertigte Abmahnung kann der Arbeitnehmer gerichtlich entfernen lassen. Eine feste Frist gibt es dafür grundsätzlich nicht, Arbeitsverträge oder Tarifverträge können aber Ausschlussfristen enthalten. Lassen Sie sich frühzeitig beraten, zum Beispiel bei Gewerkschaft, Betriebsrat oder Fachanwalt.
Wann droht die Kündigung?
Nach einer wirksamen Abmahnung kann bei gleichartiger Wiederholung eine verhaltensbedingte Kündigung folgen. Mehrere Abmahnungen wegen desselben Verhaltens schwächen die Warnfunktion. Bei schweren Pflichtverletzungen kann der Arbeitgeber ausnahmsweise auch ohne Abmahnung kündigen.
Passende Vorlagen
Gegendarstellung zur Abmahnung
Stellungnahme zur erhaltenen Abmahnung und Antrag auf Entfernung aus der Personalakte.
Vorlage öffnen →Abmahnung (Arbeitsrecht)
Abmahnung wegen Pflichtverletzung im Arbeitsverhältnis, vom Arbeitgeber.
Vorlage öffnen →Kündigung erhalten Checkliste (Was tun?)
Kündigung vom Arbeitgeber bekommen: Fristen, Klage, Arbeitsagentur, Zeugnis und Abfindung prüfen.
Vorlage öffnen →Zeugnisberichtigung verlangen
Fehlerhaftes oder schlechtes Arbeitszeugnis korrigieren lassen.
Vorlage öffnen →Häufige Fragen
Muss ich eine Abmahnung unterschreiben?
Nein. Eine Empfangsbestätigung ist üblich, sie bedeutet aber kein Eingeständnis.
Wie lange bleibt eine Abmahnung in der Akte?
Das ist nicht gesetzlich festgelegt. Bei Zeitablauf oder Wohlverhalten kann ein Anspruch auf Entfernung bestehen.
Muss der Arbeitgeber vor jeder Kündigung abmahnen?
Bei verhaltensbedingten Kündigungen regelmäßig ja, bei schweren Verstößen nicht.
Weitere Ratgeber
- Arbeitszeugnis: Noten, Zeugnissprache und Formulierungen
- Elternzeit beantragen: Fristen, Form und Kündigungsschutz
- Kündigungsfrist Arbeitsvertrag: Fristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
- Abfindung bei Kündigung: Anspruch, Höhe und Verhandlung
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung. Gesetze, Beträge und Fristen können sich ändern, bitte prüfen Sie den aktuellen Stand. Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung, siehe Haftungsausschluss.